Troschenreuth erbebte im wahrsten Sinne des Wortes, als mehr als 400 Böllerschützen und 20 Kanonen und Standböller auf Kommando des Ehrenkommandanten der Nordbayerischen Böllerschützen, Innenminister Joachim Herrmann, gleichzeitig Salut feuerten. In einem weiten Rund um das Troschenreuther Sportgelände postierten sich die Schützen, die teilweise weite Anreisen, zum Beispiel vom Bodensee, auf sich genommen hatten, um am 12. Nordbayerischen Böllertreffen teilzunehmen. 50 Vereine und Gruppen waren der Einladung des Zimmerstutzenvereins Troschenreuth anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Vereins und 20-jährigem Bestehen der Böllergruppe gefolgt.

Unter wachsamen Augen des Schussmeisters des Arbeitskreises Nordbayerischer Böllerschützen (AKNB), Hubert Bauer, gaben der Landtagsabgeordnete Walter Nadler, Bürgermeister Manfred Thümmler und zum großen Finale Innenminister Joachim Herrmann per Lautsprecher und Fahnensignal die Befehle zum Laden, Verfestigen und Setzen der Zündhütchen, bevor fünf verschiedene Schussfolgen abgegeben wurden.

Innenminister Herrmann, der auch als Schirmherr des Böllertreffens fungierte, lobte in einem humorvollen Grußwort die Leistungen des Zimmerstutzenvereins, der echt gut drauf ist, und gratulierte ganz Troschenreuth zum 950-jährigen Bestehen. Allgemein könne man stolz auf die rund 480.000 Schützen in 4700 Schützenvereinen sein, die in einer großartigen Bewegung die Tradition und die Werte pflegen, so Herrmann. Keinesfalls gebe es Anlass, Schützen und Jäger zu kriminalisieren, rief Herrmann unter großem Applaus der Festgäste. Man habe viel dafür getan, dass notwendige Regelungen geschaffen wurden, diese aber nicht in Bürokratie ausarten. Augenzwinkernd merkte er zum Abschluss seiner Rede noch an, dass ihm der Donner der Böllerschützen allemal lieber sei als Koalitonskrach in Berlin.

Der Landtagsabgeordnete Dr. Christoph Rabenstein sprach von einer schnelllebigen Zeit, in der viele die Bodenhaftung verlören. Traditionen seien dagegen tiefe Wurzeln, die Sicherheit für das Leben bieten. Sein Kollege Walter Nadler stieß ins gleiche Horn. 8000 Böllerschützen in 600 Vereinen seien Bewahrer von Brauchtum und Tracht. Böllern sei ein Ausdruck besonderer Lebensfreude. Der Pegnitzer Bürgermeister Manfred Thümmler merkte als Schirmherr für das 25-jährige Jubiläum des Zimmerstutzenvereins an, dass es die Menschen sind, die das gesellschaftliche Leben ausmachen, nicht Häuser. Hier würde der Zimmerstutzenverein wie auch ganz Troschenreuth außergewöhnliches leisten.
Der Vizepräsident und Schussmeister des AKNB, Hubert Bauer, gratulierte ebenfalls den Böllerschützen und sprach davon, dass genau das von seinen Vorrednern angesprochene Brauchtum und die Tradition die Troschenreuther vor zwanzig Jahren bewogen hätten, eine Böllergruppe zu gründen. Heute seien sie Teil einer Böllerschützengemeinschaft, die bereits in vier Bundesländern Mitglieder hätten. Mit der Übergabe der Erinnerungsgeschenke an alle Teilnehmer endete das 12. Nordbayerische Böllerschützentreffen in Troschenreuth.

| < Zurück | Weiter > |
|---|




