Mundarttheater begeistert mit Erbschaftskomödie
Bitterböse und rabenschwarz ist sie, die Komödie, die sich das Troschenreuther Mundarttheater in diesem Jahr ausgesucht hat. Und urkomisch, wenn auch manchmal die Gags eher subtil daher kommen. Das Premierenpublikum in Troschenreuth war begeistert.
Bitterböse und rabenschwarz ist sie, die Komödie, die sich das Troschenreuther Mundarttheater in diesem Jahr ausgesucht hat. Und urkomisch, wenn auch manchmal die Gags eher subtil daher kommen. Das Premierenpublikum in Troschenreuth war begeistert.
Tante Martha stirbt und die gierige Verwandschaft kommt aus allen Löchern gekrochen. Der fränkische Kultautor Fitzgerald Kusz hat genau hingeschaut und in "Letzer Wille" Figuren aus dem wahren Leben gezeichnet, wie jeder sie kennt. Zwar hat man die liebe Verwandete schon seit zwei Jahren nicht mehr besucht, aber wenn es ums Geld geht, fallen alle Hemmungen, da kommt das wahre Ich zum Vorschein. Wie bei Neffe Heinz, der im Laufe des Stücks keine Grenzen mehr kennt, die Verwandten in kriminelle Machenschaften hinein gleichzeitig über den Tisch ziehen will. Wolfgang Hempfling steigert sich in seiner Rolle so lebensecht in die Gier hinein, dass der Absturz unweigerlich vorprogrammiert ist, bei dem seine Frau Karin (Kerstin Vogel) und Kinder mit auf der Strecke bleiben. Doch Mitleid ist hier fehl am Platz, das haben vielmehr Hausmeister Rauh, Musiker Klaus und Nichte Ursula verdient.
Regisseur Georg Mädl schlüpfte erst vor wenigen Tagen in die Rolle des treuen und gutmütigen Hausmeisters (der ursprünglich vorgesehene Manfred Popp verletzte sich bei den letzten Vorbereitungen für das Stück) und füllt diese gewohnt souverän aus. In einer eher ungewohnten Rolle als jung gebliebenener, aber nur mäßig erfolgreicher Musiker ist Helmut Dettenhöfer zu sehen. Der scheint, obwohl von der Tante als Alleinerbe eingesetzt, alles zu verlieren. Vom häßlichen Entlein Ursula zum schönen Schwan verwandelt sich Melissa Heieis, als sie der Enge der Familie unter der dominanten Mutter Olga endlich entkommen kann.
Diese Olga verkörpert abweisend, streng und egoistisch Daniela Förster. Sie erweist sich letztendlich als Hauptschuldige des Dramas, das sich vor den Augen der Zuschauer entfaltet. Der Mutter hörig ist Blumenhändler Kurt (Hans-Georg Hagen), ehrgeizig zwar, aber ohne den Rat der Mutter hilflos. Seine Frau Siggi (Beate Neukam) flüchtet sich derweil aus Verzweiflung in den Alkohol, bis auch sie sich aus ihren Zwängen befreien kann, ehe es zum Showdown zwischen den verfeindeten Parteien kommt.
Und obwohl das alles recht tragisch klingt, es wäre nicht das Troschenreuther Mundarttheater, wenn die Geschichte nicht mit witzigen Dialogen, Musik, Tanz und vor allem mit grandioser schauspielerischer Leistung zu einem äußerst vergnüglichen Abend werden würde. Georg Mädl führte die Regie, Rebecca Brinkmann zeichnet sich für die Musik- und Tanzeinlagen verwantwortlich. An der ausgefeilten Bühnentechnik wirken Andreas Sporrer, Tim Lange und Marco Bößl.
Weitere Aufführungen gibt es jeweils um 19:30 Uhr im Saal des Gasthauses Zum Roten Ochsen in Troschenreuth am 17./18.03.; 24./25.03., 31.03./01.04 und 07./08.04.2017. Karten sind online unter www.mundarttheater.de und in der Buchhandlung Wöckel-Löhr in Pegnitz erhältlich.
Ausverkaufte Premiere beim Troschenreuther Mundarttheater: „Pension Schöller“ begeistert das Publikum
Mit einer gelungenen Mischung aus klassischer Vorlage und lokalen Anspielungen feierte das Troschenreuther Mundarttheater am vergangenen Wochenende Premiere. Vor voll besetztem Haus zeigte das Ensemble mit der Verwechslungskomödie „Pension Schöller“ einen Klassiker des Volkstheaters – und erntete dafür minutenlange Standing Ovations. Unter den Ehrengästen befanden sich Landrat Florian Wiedemann, Erster Bürgermeister Wolfgang Nierhoff. Pfarrer Norbert Förster und der Kulturbeauftragte Karl Lothes, die sich ebenso wie das Publikum von der spielfreudigen Truppe begeistern ließen.
Kinder kehren auf die Theaterbühne zurück

Mehrere Anläufe hatte es gebraucht, bis das Troschenreuther Mundarttheater sein letztes Stück „Der Tag an dem der Papst gekidnappt wurde“ wieder präsentieren konnte. Anfang 2020 gab es nach der Premiere noch zwei Vorstellungen, dann kam Corona und an Theater war nicht mehr zu denken. Sowohl 2021 als auch 2022 gab es Überlegungen und Anläufe, das Stück wieder aufzunehmen, aber die Sorge um die Gesundheit von Zuschauern und Mitwirkenden ließ es nicht zu.
Mundarttheater plant bereits neues Stück
Vor etwas mehr als zwanzig Jahre wurde der Verein Troschenreuther Mundarttheater e.V. gegründet. Zu diesem Zeitpunkt spielte das Ensemble aber bereits seit sechs Jahren Theater. Trotz dieser langen Zeit ist das "TMT" aktiver und kreativer denn je. Das jedenfalls war das Fazit der Mitgliederversammlung des Vereins. Das Publikum honoriert das Engangement der Theatermacher um Vorstand Wolfgang Hempfling und so war das Stück "Urlaub, Liebe und Jeschäfte oder Willkommen im Roten Ochsen“, angelehnt an das berühmte "Weiße Rössel", eines der erfolgreichsten der Vereinsgeschichte.
Mehr als 30 Akteure wirkten mit, erstmals wurde ein Stück mit Livemusik begleitet, die Sänger und Schauspieler um Kerstin Vogel und Rainer Erfurt erhielten Standing Ovations. Mit dabei die Sankt Martin Singers. Womit der Vorsitzende in seinem Bericht dann auch gleich den Bogen zum nächsten Tagesordungspunkt spannte, denn die Satzung des Vereins wurde geändert, um den Damen der rührigen Gruppe um Leiterin Kerstin Vogel eine organisatorische und vereinsrechtliche "Heimat" zu geben. Im Zuge dieser Änderung wurde die Satzung gleich auf den aktuellen Stand der Rechtsprechung gebracht.
Finanziell ist das Mundarttheater solide aufgestellt. Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern werden dabei aber gleich wieder in aktuelle Technik und Fortbildung der Schauspieler investiert. So wurden neue Mischpulte für Licht und Ton, sowie Verstärker, Lautsprecher und Mikrofone angeschafft, damit die Zuschauer die Darbietungen noch besser verfolgen und neue technische Möglichkeiten genutzt werden können. Als nächstes sollen die Umkleideräume saniert und erweitert werden.
