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Kneipenfestival begeistert trotz kühler Temperaturen

22. Oktober 2025

Das diesjährige Troschenreuther Kneipenfestival lockte zahlreiche Musikliebhaber ins Dorf. Zwar blieb der Besucherandrang etwas hinter den Zahlen der Vorjahre zurück, doch die Stimmung in den teilnehmenden Lokalen war durchweg ausgezeichnet. Sowohl Musiker als auch Veranstalter zeigten sich am Ende des Abends zufrieden. Bereits am frühen Abend hatten sich in den Vereinsheimen und Gaststätten die ersten Gäste eingefunden, um die vielfältigen Darbietungen zu genießen. Insgesamt beteiligten sich fünf Spielorte mit sechs Bands an der Veranstaltung und boten ein breites musikalisches Spektrum – von Rock und Pop über Blues bis hin zu akustischen Singer-Songwriter-Klängen.

Michael Sopolidis spielte und sang, nur von seiner Gitarre begleitet, im Troschenreuther Jugendheim sowohl Klassiker der Rockgeschichte als auch deutsche und internationale Hits. Dabei ließ sein gefühlvolles Spiel und seine äußerst variable Stimme vergessen, dass da nur ein Musiker zu Gange war. In der Pension Drei Linden hatten sich die "Die Stefans" einquartiert. Das Duo verstand es, vielen bekannten und beliebten Songs mit ihrem ganz eigenen Arrangement ein neues Gewand zu geben. Der Spaß am Spiel war ihnen immer anzumerken und so sprang der Funke auch schnell aufs Publikum über.

Im Gasthaus Zum Roten Ochsen eröffnete die Troschenreuther Band "RED!RT" den Abend und sorgte gleich für eine volle Wirtsstube. Später übernahmen die "Bursting Pipes" die Bühne. Trotz einer längeren schöperischen Pause haben die erfahrenen Musiker nichts von ihrer Power verloren und rockten, dass man schon fast Angst um die Fensterscheiben haben musste. Laut, hart und ohne viel Firlefanz, so wie eine Rocknacht zu sein hat.

Deutlich sanfter ging es dagehen im Feuerwehrhaus zu, wo unter den Namen "Jana Florence" das aus Berlin stammende Duo Jana und Danny rührige Balladen aber auch flotten Deutschrock in bester Singer-Songwriter-Manier zum besten gaben. Last but not least trat im etwas außerhalb gelegenen Sportheim des FC Troschenreuth - doch dafür gab es wieder einen kostenlosen Shuttlebus, der den ganzen Abend über unterwegs war und gerne angenommen wurde - das Duo "play again sam (light)" auf. Mit Keyboard und Gitarre holten Hannes und Stefan die Gäste sofort ab und sorgten für Stimmung weit über die geplante Auftrittsdauer hinaus.

Trotz der herbstlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschte in allen Locations zumeist reger Betrieb. Viele Gäste verweilten bis tief in die Nacht und forderten bei allen Musikern und Bands Zugaben, die auch bereitwillig gegeben wurden. Auch für das leibliche Wohl sorgten die Vereine und Wirte bestens. Von Zwiebelkuchen über einen eigens kreierten "Troschenreuth-Burger" bis hin zum Schnitzelsandwich boten die Küchenteams etwas für jeden Geschmack an. Unterschiedliche Biere, Wein und Cocktails aber auch Glühwein schmierten auch die Kehlen derjenigen Partygänger, die kräftig bei bekannten Liedern mitsangen.

Sonne, Kirwa, Küchla

Bei bestem Kirchweihwetter feierte Troschenreuth seine Sommerkirwa. Die heißt so, weil sich Troschenreuth gleich zwei Kirchweihfeste leistet. Zum einen das Fest zur Kirchenweihe im Juli und das Patronatsfest des Heiligen St. Martin im Herbst. Normalerweise wird auch der Troschenreuther "Mehrzweckbaum" über mehrere Jahre hinweg als Maibaum und Kirwabaum benutzt, aber nach der im letzten Jahr neu aufgestellte Baum ein paar Defizite beim geraden Wuchs aufwies, entschieden sich die Verantwortlichen der Siedlergemeinschaft Rote Erde und der Kirwajugend, heuer nochmal einen neuen Baum aufzustellen. Dies erledigten rund 20 starke Männer mittels sogenannter Schwalben mit reiner Muskelkraft. Da der große Baum an seinem Standort aber nicht für das Austanzen geeignet ist, stellte die Kirwajugend schon traditionell einen zweiten, kleineren Baum auf. Dieser wurde dann auch gleich von den Kindern belagert, konnten sie doch daran hochklettern und sich eine der frischen Laugenbrezen, die von einem Kranz baumelten, holen.

Jubiläumskirwa findet neues Oberkirwapaar

Die zweite Auflage der Troschenreuther Zeltkirwa war wieder ein schönes Erlebnis für die Kirwaleute und alle Besucher. Nach einem Festzug und einem Festgottesdienst am Morgen zogen Kirwamadla und Kirwabuam am Nachmittag des Kirchweihsonntag durch die Straßen des Dorfes und verteilten die beliebte Küchla. Doch mittendrin verkündeten die Wetter-Apps eine Warnung vor schweren Gewittern und bange Blicke richteten sich gen Himmel. Doch bis auf vereinzeltes Donnergrollen und ein paar Minuten Nieselregen blieb das Wetter ruhig und so traf sich das Dorf dann am Abend im Pfarrgarten zum traditionellen Austanzen des Kirwabaums.

Kneipenfestival zog Publikum in den Bann

Vor einigen Jahren wurde das Troschenreuther Kneipenfestival von einem landesweiten Radiosender zum "kleinsten Kneipenfestival" der Welt gekürt. Das war aber als Auszeichnung zu verstehen, denn obwohl es "nur" fünf Kneipen und Vereinsheime sind, die im Pegnitzer Ortsteil Livemusik bieten, kommen die Besucher doch nunmehr seit 14 Jahren auf mehr als ihre Kosten. Troschenreuth ist bekannt für seine zahlreichen und gut besuchten Veranstaltungen. Das elfte Kneipenfestival war da keine Ausnahme.