Pachtpreis für das Troschenreuther Revier sank deutlich
TROSCHENREUTH (br) — Grundlegende Änderungen gab es in der Hauptversammlung der Jagdgenossenschaft. Das Pachtverhältnis wurde um weitere neun Jahre verlängert und der Pachtpreis für das 567 Hektar große Gemeinschaftsjagdrevier von bisher 2557 Euro auf 1800 Euro herabgesetzt. Der Wegebau vor allem in Richtung „Dicke Eiche“ bewegt nach wie vor die Gemüter der Jagdgenossen.
TROSCHENREUTH (br) — Grundlegende Änderungen gab es in der Hauptversammlung der Jagdgenossenschaft. Das Pachtverhältnis wurde um weitere neun Jahre verlängert und der Pachtpreis für das 567 Hektar große Gemeinschaftsjagdrevier von bisher 2557 Euro auf 1800 Euro herabgesetzt. Der Wegebau vor allem in Richtung „Dicke Eiche“ bewegt nach wie vor die Gemüter der Jagdgenossen.
Man begann diese Zusammenkunft recht einvernehmlich, waren doch sowohl Stadträtin Anna Brütting im Auftrag der Stadt Pegnitz als auch Verwaltungsoberamtsrat Rudi Adler von der Unteren Jagdbehörde gekommen, um vor allem alle rechtlichen Entscheidungen in die richtigen Bahnen zu leiten.
Vorsitzender Anton Wolf berichtete über Wegebauarbeiten, über die Benutzung des genossenschaftseigenen Holzspalters, der 103 Mal im Einsatz war, und griff dann den Dauerbrenner „Wirtschaftsweg in Richtung Dicke Eiche“ erneut auf, der seiner Aussage nach immer wieder durch den Holztransporte aus dem Staatswald „Kütschenrain“ zu Schanden gefahren werde. Wolf drohte an, sofern sich die Staatsforstverwaltung nicht an Ausbau oder Reparaturkosten beteilige, würden die Jagdgenossen ihren Jagdschilling auch nicht mehr dafür geben.
Kassier Hans Maul konnte einen guten Kassenstand vorweisen, die Revisoren bestätigten eine gute Kassenführung. Stadträtin Anna Brütting hatte Verständnis für die Klagen der Jagdgenossen, da sie für ihre Fahrzeuge für die Benutzung staatlicher Wege grundsätzlich auch eine Gebühr entrichten müsse.
Der Pachtschilling wird wieder für den Wegebau verwendet, obwohl gleichzeitig einige Jagdgenossen eine Verbesserung des Wirtschaftsweges zur „Dicken Eiche“ hin ablehnten, sofern sich der Staatsforst an solchen Maßnahmen nicht beteilige. In diesem Zusammenhang wurde angeregt, bei der Stadt Pegnitz als Eigentümerin der Wirtschaftswege eine Tonnagebeschränkung zu erwirken und nur den landwirtschaftlichen Verkehr für schwerere Belastungen zuzulassen. Um die Spannung etwas aufzulockern, nahm Vorsitzender Wolf zwischendurch die Ehrung von Heinrich Schatz mit der Überreichung eines guten Tropfens für 20-jährige Mitarbeit im Vorstand vor.
Seit 1903 bei der Familie Götz
Jagdpächter Ludwig Götz legte dann seinen Antrag auf Verlängerung des Pachtvertrages für das Troschenreuther Revier vor, welches seit 1903 im Pachtverhältnis der Familie Götz mit all ihren Vorgängern sei. Er monierte den Rückgang der Reh- und Niederwildbestände auch infolge des zunehmenden Freizeitdruckes, wodurch das Wild aus dem Revier mit knapp 20 Prozent Waldanteil vor allem in den Staatsforst abgedrängt würde.
In seinem Antrag auf Verlängerung des Pachtverhältnisses ab März 2007 auf weitere neun Jahre hatte Ludwig Götz eingeflochten, dass Schäden von Maisflächen, welche für Biogasanlagen angebaut würden, von der Jagdgenossenschaft übernommen werden oder solche Flächen grundsätzlich aus der Verpflichtung der Schadensvergütung herausgenommen werden sollten beziehungsweise den auswärtigen Pächtern der Anbau solcher Fruchtarten untersagt werden sollte.
Ersteres lehnte der Vorsitzende grundsätzlich ab. Zur rechtlichen Seite erklärte der Vertreter der Unteren Jagdbehörde, Rudi Adler, dass die Schadensregelung im Bundesjagdrecht grundsätzlich festgeschrieben sei. Die Verpächter waren der Meinung, dass der Anbau von bestimmten Fruchtarten dem Pächter nicht vorgegeben werden könne.
Schließlich wurde doch ein Kompromiss gefunden, indem der bisherige Pachtpreis für das 567 Hektar große Gemeinschaftsjagdrevier von bisher 2557 Euro auf 1800 Euro abgesenkt wurde, um das gegenseitig gute Vertrauen zwischen Jagdgenossen und Jagdpächter zu erhalten. Von den anwesenden 22 Jagdgenossen stimmten 21 für diesen Kompromissvorschlag, einer war bei schriftlicher geheimer Wahl dagegen. 1.4.2006 0:00 MEZ
© NORDBAYERISCHE NACHRICHTEN, PEGNITZ UND UMGEBUNG

Zukunftsdialog: Vereine und Gruppierungen erarbeiten Lösungen für die Zukunft
Am ersten Adventssonntag trafen sich achtzehn Vertreter der zahlreichen Vereine und Gruppierungen aus Troschenreuth zu einem intensiven Workshop unter dem Motto „Zukunftsdialog“. In diesem Workshop wurden aktuelle Herausforderungen der Vereinsarbeit erörtert und Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft entwickelt. Die Veranstaltung wurde von Unser Troschenreuth und dem Zimmerstutzenverein initiiert und von Wolfgang Rubensdörfer, Ehrenamtskoordinator des Bayerischen Sportschützenbundes (BSSB), moderiert.
Ende einer Tradition?

Hat sich die Tradition des Walperns in Troschenreuth während Corona totgelaufen? Oder lag es daran, dass die Jugendlichen an einem Samstag etwas anderes vor hatten? Jedenfalls wechselten kaum Gegenstände in der Nacht zum Maifeiertag ihren Standort, lediglich ein paar Sitzbänke, Vogelhäuschen und ein Anhänger durften kurze Zeit eine neue Umgebung genießen. Beschädigungen waren keine sichtbar. Während die einen Troschenreuther Ihre Grundstücke sicherten und alles bewegliche verräumten, boten sich auf anderen Anwesen doch zahlreiche Möglichkeiten, die jedoch nicht genutzt wurden.
Jugend übernimmt Verantwortung bei Unser Troschenreuth
Der Verein Unser Troschenreuth e.V. wird wohl außerhalb des rührigen Ortes eher selten wahrgenommen und auch im Dorf selbst wirken die Mitglieder eher im Hintergrund. Dennoch ist er mit rund 100 Mitgliedern ein fester Bestandteil des dörflichen Lebens in Troschenreuth.
Der Verein hat sich unter anderem die Verschönerung des Ortsbildes und die Förderung der Kultur, des Brauchtums und des Gemeinschaftslebens in Troschenreuth auf die Fahnen geschrieben. Die Dorfjugend hat im Verein eine rechtliche Heimat gefunden. Der im Jahr 2010 eingerichtete Geo-Wanderweg rund um den Ort wurde mit Manpower und nicht unerheblichen finanziellen Mitteln instandgehalten. Jedes Jahr gibt der Verein einen Kalender für jeden Haushalt heraus, in dem die Termine des Ortes und andere relevante Informationen enthalten sind. Damit dies kostenfrei geschehen kann, unterstützen zahlreiche Gewerbetreibende des Projekt Jahr für Jahr, wofür sich der Vorsitzende des Vereins, Harald Saß, ausdrücklich bedankte. Tradition hatte auch das alljährliche Kneipenfestival in den Gaststätten und Vereinsheimen, bis die Pandemie auch dieses beliebte Event unmöglich machte.
Als weitere Daueraufgabe hat der Verein die Überprüfung und den Unterhalt der beiden Automatischen Externen Defibrillatoren (AED), die für die Bevölkerung im Notfall zugänglich an der Kirche und am Sportplatz vorgehalten werden. Hier fallen Kosten für Versicherungen, Verbrauchsmaterial und Wartungsverträge an. Auch in Troschenreuth sind Hausnamen bekannt und vor allem bei der älteren Generation noch immer in Gebrauch. Damit diese Tradition aber nicht in Vergessenheit gerät und weil bei vielen jüngeren Einwohnern zwar die Namen bekannt sind, nicht aber die Anwesen, von denen sie stammen, hatte es sich Unser Troschenreuth e.V. zur Aufgabe gemacht, die Hausnamen zu bewahren und vor allem sichtbar zu machen. Dazu wurden mit Unterstützung der Bevölkerung entsprechende Schilder an den Häusern angebracht. Für die leichtere Kommunikation im Ort wurden mehrere Gruppen auf verschiedenen Messenger-Diensten eröffnet, die gut angenommen wurden.
In der Vorstandschaft gab es bei den Neuwahlen einige Veränderungen. Im Amt bestätigt wurde der Erste Vorsitzende Harald Saß. Neue Zweite Vorsitzende ist nun Kerstin Lindner. Michaela Dürtler hat sich auch weiterhin bereit erklärt, das Amt der Ersten Kassiererin auszuüben. Als Stellvertreterin fungiert Jana Dettenhöfer. Zum Ersten Schriftführer wurde Roman Ramisch gewählt, ihm zur Seite steht Marius Uber. Kassenprüfer sind weiterhin Adolf Hofer und Marco Neubauer. Als Beisitzer wirken Hermann Maul, Wolfgang Hofmann, Marcel Oberst, Martin Dürtler, Michael Förster, Roland Laier, Christian Libor, Christoph Maul, Michael Wolf, Kilian Dettenhöfer, Werner Schmitt, Werner Wegner, Marco Bößl und Wilhelm Hartmann mit.
Der Vorsitzende bedankte sich bei den ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern Helmut Dettenhöfer, Sabine und Anton Deak sowie Uwe Vogel. Im Winterhalbjahr will der Verein das Interesse an einer Erste-Hilfe-Auffrischung für die Bevölkerung abfragen. Auch ist ein Ausflug angedacht. Wenn es die Virus-Situation zulässt, soll wieder ein Kneipenfestival steigen. Um die Überarbeitung und Ergänzung des Geo-Wanderwegs soll eine Arbeitsgruppe kümmern. Angeregt wurde auch, das Konzept „Troschenreuth Herzsicher“ mit einem zusätzlichen AED-Gerät bei der Feuerwehr zu vervollständigen. Vorschläge für weitere Projekte, die dem gesamten Dorf zugutekommen können, nimmt der Verein gerne entgegen.