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Kleine Schützin ganz groß

07. Juli 2024
Im Rahmen der traditionell am ersten Juli-Wochenende abgehaltenen Schützenkirwa des Zimmerstutzenvereins Troschenreuth wurden auch die Sieger der 33. Troschenreuther Dorfmeisterschaft im Licht- und Luftgewehrschießen gekürt. Dieser Wettbewerb wird seit 1989, abgesehen von der cornabedingten Pause, jeweils im Mai und Juni durchgeführt. Zuvor schossen die Böllerschützen aus Troschenreuth zusammen mit befreundeten Böllergruppen das Fest an.
Neunzehn Mannschaften und einige Einzelschützen nahmen an der Dorfmeisterschaft teil, insgesamt verzeichnete die Rangliste 122 Teilnehmer, darunter 21 Kinder und Jugendliche sowie 48 Damen. Auf dem modernen Schießstand im Troschenreuther Schützenheim werden die Treffer elektronisch ge- und ausgewertet. Dennoch blieb das Ergebnis traditionell bis zur Siegerehrung geheim. Die Schützenscheibe für den Dorfschützenkönig stiftete Stadtrat Michael Förster. Genau genommen waren es sogar zwei, denn nach Auswertung der Ergebnisse musste man feststellen, dass das Motiv der vorbereiteten Königsscheibe nicht ganz so passend war. Deshalb ließen die Schützen kurzerhand eine neue Scheibe anfertigen, wie der erste Schützenmeister Werner Wegner schmunzelnd vorausschickte. Was er damit meinte, wurde dann auch schnell klar, als der Name der neuen Schützenkönig ausgerufen wurde: Julia Lahode. Die Jungschützin, gerade mal acht Jahre alt geworden, zielte mit dem Lichtgewehr genauer als die erwachsenen Luftgewehrschützinnen und -schützen und holte sich mit einem 105,2-Teiler die Königinnenwürde. Auf Platz zwei schoss sich mit einem 130,6 Teiler Wilhelm Betzl. Er erhielt eine Wurstkette. Regina Kreuzeder kam mit einem 132,3 Teiler auf dem dritten Rang und durfte sich über eine Brezenkette freuen. Um auch den jüngeren Sportlern die Teilnahme am Schießsport zu ermöglichen, verfügt der Zimmerstutzenverein Troschenreuth über sogenannte Lichtgewehre, die keine Kugeln, sondern Lichtstrahlen aussenden, aber ansonsten den Luftgewehren nicht nachstehen. Vereinsmeisterin wurde in dieser Kategorie Eva Forsmann mit 163,5 Ringen, gefolgt von Dennis Sebald (160,5) und Leo Preis (157,5). Die Jugendwertung mit dem Luftgewehr gewann Johanna Lehner mit 158,2 Ringen. Saphira Meyer (142,6 Ringe) und Julian Freiberger (154,9) landeten knapp dahinter. Die Siegesserie der Damen ging dann auch in der Schützenklasse weiter. Dorfmeisterin wurde Stefanie Lohner mit 193,6 Ringen. Nur knapp dahinter landete Alexander Groher mit 191,9 Ringen. Den dritten Platz belegte Kilian Dettenhöfer mit 189,7 Ringen. Mit Spannung wird immer die Mannschaftswertung erwartet. Dabei konnte die Mannschaft Feuerwehr 1 ihren Vorjahrestitel mit 906,1 Ringen verteidigen. Dahinter reihten sich das Team Fußball 1 mit 895,6 und die Tennis-Damen mit 889,4 Ringen ein.

Lautstark ins neue Jahr gestartet

Mit einem lautstarken und traditionsreichen Brauch hat Troschenreuth das neue Jahr begrüßt. Wie in jedem Jahr trafen sich am Neujahrstag zahlreiche Einwohner und Gäste am Dorfbrunnen, um sich gegenseitig die besten Wünsche für das kommende Jahr zu übermitteln. Nach altem Volksglauben sollen die kraftvollen Schüsse der Böller böse Geister vertreiben und so für einen guten Start ins neue Jahr sorgen. Begleitet von den Klängen der Feuerwehrkapelle Troschenreuth formierte sich ein Fackelzug am Schützenheim, der feierlich zum Dorfbrunnen zog. Ein erfreulich großer Anteil der Jugend des Vereins marschierte mit – ein deutliches Zeichen für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit und die lebendige Vereinskultur in Troschenreuth.

Schützen feiern Jubiläum

Vor 40 Jahren entstand aus einem Wirtshausgespräch heraus die Idee, in Troschenreuth wieder einen Schützenverein zu gründen. Die Welt, die die Erste Schützenmeisterin des Zimmerstutzenvereins Troschenreuth, Jana Dettenhöfer, in ihrer Festansprache beschrieb, war damals noch eine andere. Mit Wählscheiben-Telefon an der Wand, vollen Gasthäusern und einem Opel Kadett vor dem Haus. Seitdem hat sich viel verändert, aber der Zimmerstutzenverein Troschenreuth blieb seinen Traditionen treu. Auch wenn die junge, neue Vereinschefin behutsam neue Wege geht und Veränderungen einstreut.

Kaiser, Könige und das Ende einer Ära

Der Zimmerstutzenverein Troschenreuth hat in den vergangenen Jahren viel Zeit und Geld in die sportliche Infrastruktur investiert. Dabei stellte sich heraus, dass sich eine dieser Investitionen für den Verein besonders auszahlt. Durch die Einrichtung von Lichtgewehr-Schießständen war es möglich, auch jüngeren Kindern und Jugendlichen ein Sportangebot zu machen. Diese nahmen und nehmen das Angebot auch an und so freute sich Schützenmeister Werner Wegner auch besonders über 8 Schüler unter den 16 Neueintritten, die der Schützenverein im vergangenen Jahr registrieren konnte.