Böllerschützen werben um Nachwuchs
Der Zimmerstutzenverein Troschenreuth lud zu einer Infoveranstaltung rund um das Böllerschießen ins Schützenheim ein. Rund 20 Interessierte folgten der Einladung. Weniger als erhofft, dafür mit einem bemerkenswerten Trend: Auffällig viele Frauen nutzten die Gelegenheit, sich über das traditionsreiche Brauchtum zu informieren. Die aktiven Böllerschützen des Vereins standen für Fragen bereit. Die Besucher konnten verschiedene Böllergeräte aus nächster Nähe betrachten und sogar selbst in die Hand nehmen. Dabei sorgte insbesondere ein imposanter Standböller mit 90 Millimeter Bohrung, ausgelegt für bis zu 400 Gramm Böllerpulver, für staunende Gesichter. Ebenso überraschend für viele Gäste war die Bedeutung der heiligen Barbara als Schutzpatronin. Ein Aspekt, der die tief verwurzelte Tradition des Böllerschießens unterstreicht.
Durch das Programm führte Böllerkommandant Ludwig Götz, der anschaulich den Weg zum eigenen Böllerschein, die gesetzlichen Voraussetzungen sowie das Vereinsleben der Böllerschützen erklärte. Dabei wurde deutlich: Neben Fachkunde und Verantwortung steht vor allem die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Ein besonderer Höhepunkt des Abends folgte am Abend: In Abstimmung mit den Anwohnern präsentierten zehn aktive Böllerschützen ein eindrucksvolles Programm mit verschiedenen Schussfolgen – vom langsamen und schnellen Reihenfeuer über den Doppelschlag bis hin zum Salut. Die kraftvollen Detonationen beeindruckten die Zuschauer nachhaltig.
Im Anschluss ließ man den Abend in geselliger Runde ausklingen. Die Böllergruppe kümmerte sich engagiert um das leibliche Wohl der Gäste und schuf eine offene, einladende Atmosphäre für Gespräche und Austausch. Der Zimmerstutzenverein zeigte sich erfreut über das Interesse. „Wir merken, dass sich etwas bewegt. Es ist schön zu sehen, dass sich auch viele Frauen für das Böllerschießen interessieren. Genau diese Offenheit und Gemeinschaft wollen wir weiter fördern“, betonte Schützenmeisterin Jana Dettenhöfer. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Verein neue Wege geht, um Mitglieder zu gewinnen und langfristig zu binden. Die Veranstaltung war ein bewusst gewählter Schritt, um Hemmschwellen abzubauen und das Böllerschießen erlebbar zu machen. Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen.

Schützen feiern Jubiläum

Kaiser, Könige und das Ende einer Ära
Krachender Auftakt des Jubiläumsjahres
Es ist eine beliebte Tradition in Troschenreuth, sich am Neujahrstag am Dorfbrunnen zu treffen und sich gegenseitig ein frohes und gesundes neues Jahr zu wünschen. Der Zimmerstutzenverein Troschenreuth lädt mit seiner Böllergruppe zum Neujahresböllern ein, um böse Geister aus dem Ort zu vertreiben, wie es alte Sagen überliefern. Begleitet von der Feuerwehrkapelle Troschenreuth zogen die Böllerschützen in einem Fackelzug vom Schützenheim zum Dorfbrunnen, wo sie dann unter Leitung von Böllerkommandant Ludwig Götz in Einzel und Reihenfeuer und per Doppelschlag ihr Können bewiesen. Auch beim abschließenden Salut funktionierte das Timing der Schützen. Der Böllerkommandant freute sich, dass wieder viele Troschenreuther und Gäste gekommen waren. Diese konnten sich während der Veranstaltung an Plätzchen und Getränken stärken. Das Neujahresschießen markierte auch den Auftakt zum Jubiläumsjahr des Zimmerstutzenvereins, der sich 1985 wiedergründete. Dazu kommt das 35-jährige Jubiläum der Böllerschützen-Gruppe, die 1990 zusammenfand.
